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Konferenzen

Konferenzen (Stand: 02. 10. 2007)

Es gibt folgende Konferenzen (den Titel "Konferenz" tragen ausschließlich die Veranstaltungen, die vom Vorbereitungskreis des SfiD verantwortet werden; Raumangaben mit Vorbehalt):

1. Anders leben – für eine andere Welt / Freitag, 19. Oktober, 9-11h

Hat für Sie spirituelle (Selbst-)Verwirklichung einen zentralen Stellenwert und interessieren Sie sich für Grenzgebiete der Wissenschaft? Engagieren Sie sich für ökologische Lebensweisen und nehmen Sie Anteil an aktuellen Entwicklungen in Psychologie und Gesellschaft? Dann teilen Sie dieses Spektrum an Interessen und Haltungen heute mit mehr Menschen, als Sie glauben. Die Ergebnisse einer repräsentativen amerikanischen Studie legen nahe, dass derzeit eine neue Bevölkerungsschicht entsteht, die jenseits von Traditionalismus und Modernismus nach neuen Wegen sucht. Der Soziologe Paul H. Ray nennt sie die "Kulturell Kreativen". Seinen Untersuchungen zufolge machen sie erstaunliche 24 Prozent der amerikanischen Gesellschaft aus. In Europa dürfte die Zahl der Kulturell Kreativen sogar deutlich höher liegen. Ihre Haltung ist gekennzeichnet durch Interesse an (auch spiritueller) Selbstverwirklichung, Wertschätzung von Beziehungen und ökologischer Lebensweise, engagierter Anteilnahme an der Welt. Weitere Merkmale sind Offenheit für fremde Kulturen und neue Ideen sowie für die Transformation der Geschlechterrollen. Aufschlussreich ist auch, was die Kulturell Kreativen ablehnen: Die Intoleranz der religiösen Rechten, den gedankenlosen Hedonismus der kommerziellen Medien und die skrupellose Umweltzerstörung im Namen des Big Business.
Im fishbowl werden wir darüber diskutieren, warum wir die Entscheidungen der „Entscheidungsträger“ (noch) nicht beeinflussen und was geschehen müsste, damit sich das (schnell) ändert.

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren: Barbara Stützel, ZEGG; Eva Stützel, Ökodorf7Linden; Alida Kaplick, anders besser leben; Franziska Müller, Solidaritäts-GmbH; Frithjof Bergmann, Neue Arbeit; Horst Stowasser, Neuland; Uli Barth, Kommune Niederkaufungen; Maik Hosang, LebensGut Pommritz; Moderation: Richard Schmid, attac.

2. Für eine Politik des Friedens / Freitag, 19. Oktober, 11.30-13.30h

Das Ende des Kalten Krieges brachte keine Ära des Friedens, wie 1989/1990 allgemein erhofft, sondern ein neues Zeitalter der Intervention und imperialer Kriege. Die USA und ihre Verbündeten haben Krieg wieder zu einem „normalen“ Mittel der Politik gemacht. Die weltweiten Rüstungsausgaben liegen inzwischen bei über 1200 Milliarden Dollar und haben damit die Höhe des Kalten Krieges wieder überschritten; zwei Drittel dieser Ausgaben entfallen auf die NATO. Globalisierung und Krieg sind zwei Seiten einer Medaille. Der „Krieg gegen den Terror“ unter US-Präsident Bush II hat weltweit zu einer Militarisierung der Außenpolitik, zu einer Verschlechterung des Verhältnisses zur muslimischen Welt und zum Abbau der Bürger- und Freiheitsrechte in den Ländern des Westens selbst geführt. Frieden ist heute Ziel und Strategie zugleich. Es geht um die Wiederherstellung der Bürger- und Freiheitsrechte im Innern und darum, die internationale Politik wieder zu entmilitarisieren, friedliche Konfliktlösungen durchzusetzen und ausländische Besatzungstruppen, so aus Afghanistan oder Irak, abzuziehen. Die äußere Friedensfähigkeit des Staates und der Gesellschaft hat ihre innere Friedensfähigkeit zur Voraussetzung.

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren:
Tobias Pflüger, MdEP; Chico Whitaker, einer der Begründer des Weltsozialforums, aus Brasilien; Inge Höger, MdB; Dr. Peter Strutynski (Bundesausschuss Friedensratschlag) u.a.


3. Eine andere Lausitz ist möglich - mit guter Arbeit und frischer Luft / Freitag, 19. Oktober, 11.30-13.30h, Audimax Universität (BTU)

Seit über 150 Jahren wird in der Lausitz Energie aus Kohle gewonnen. Die Kohle hat die Region und ihre Menschen entscheidend geprägt. Noch heute ist die Kohle ein wichtiger Energieträger in der Region. Der weltweite Klimawandel erfordert es, über Alternativen der Energieerzeugung und Energieeinsparung nachzudenken und entsprechend zu handeln.
Auf diesem Gebiet hat auch die Lausitz große Potentiale.
„Eine große Chance ist der Ausbau von Innovation und Technologie. Wichtige Voraussetzungen dafür sind bereits durch das Know-how der Großunternehmen vorhanden, den Universitätsstandort Cottbus, die Fachhochschulen sowie diverse Forschungseinrichtungen. Die Region hat die Möglichkeit, insbesondere im Energiebereich, in Forschung und Entwicklung Akzente zu setzen“. (Regionale Agenda Lausitz-Spreewald 1999)
Die weltweite Diskussion um die Lösung der Energiefrage, hinsichtlich der zukünftigen Strategien für mehr Energieeffizienz, Ressourcen- und Umweltschutz hat auch für die Energieregion Lausitz große Bedeutung. Deshalb ist es an der Zeit, auch in der Lausitz über Alternativen zur bisher umgesetzten wirtschaftlichen Entwicklung nachzudenken. Dabei müssen die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft viel mehr als bisher die Interessen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen und diese auch verstärkt in die Entwicklung ihrer Region einbeziehen.
Der Abwanderung der Menschen aus der Lausitz kann man nur begegnen, wenn dafür gesorgt wird, dass jedem Menschen, der hier lebt, Perspektiven und gleiche Chancen geboten werden.

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren:
Prof. Dr. Wolfgang Schluchter, BTU Cottbus; Olaf Lalk, 2. Beigeordneter Landkreis Spree-Neiße; Dr. Thomas Hartmann; tamen. Entwicklungsbüro Arbeit und Umwelt GmbH; Marco Bünger, Geschäftsführer, EEpL GmbH Finsterwalde; Monika Schefuhs, Vorstandsvorsitzende Frauenzentrum Cottbus, Bündnisse für Familie Cottbus; Marion Scheier, Regionsvorsitzende DGB-Region Südbrandenburg/Lausitz.

4. Globale soziale Rechte / Freitag, 19. Oktober, 14.30-16.30h

Forderungen nach Globalen Sozialen Rechten scheinen zum gemeinsamen Nenner ganz unterschiedlicher sozialer und politischer Akteure zu werden. Gestellt werden sie von entwicklungspolitischen NGOs und in der Ökologiebewegung. Wie können solche Forderungen ausgetauscht, wie können sie in einer gemeinsamen Politik Globaler Sozialer Rechte in gegenseitiger Solidarität verstärkt werden? Können sie das überhaupt? Und: können wir das? Müssen wir das nicht können?

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren: Thomas Seibert, medico international u.a.

5. Ein anderes Europa ist möglich / Freitag, 19. Oktober, 17-19h

Mit den Entscheidungen der Regierungen in diesem Sommer, den Verfassungsvertrag der EU zu revidieren, um ihn dann doch in Kraft zu setzen, ist die Auseinandersetzung um die Vefasstheit EU-Europas in eine neue Phase getreten. Die Einwände der Friedensbewegung und der sozialen Bewegungen, das Verfassungsprojekt abzulehnen wegen der Festschreibung der Militarisierung der Außenpolitik, der neoliberalen Marktordnung und der unzureichenden Verankerung der Grundrechte, gelten weiter. Zugleich haben die sozialen Bewegungen mit dem Entwurf der „Charta für ein anderes Europa“ eine Alternative vorgelegt, die auf dem Europäischen Sozialforum in Athen und den späteren Vorbereitungstreffen für das nächste Europäische Sozialforum diskutiert wurde. Wir wollen das Spannungsfeld europäischer Verfasstheit zwischen Revision des Verfassungsvertrages und der „Charta für ein anderes Europa“ erörtern und die Frage debattieren, was jetzt zu tun ist.

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren:
Joanna Gwiazdecka, sozial engagierte linke Feministin aus Warschau; Gabi Zimmer, MdEP, Zukunftskonvent; Kai Burmeister, aus dem Vorstand der IG Metall; Leo Gabriel, engagiert in den verschiedensten Sozialforumsprozessen, aus Wien; Miroslav Prokes, ebenfalls engagiert in den verschiedensten Sozialforumsprozessen, aus Prag. Moderation: Judith Dellheim.

6. Welche Wirtschaftsordnung braucht die Ökologische Wende? / Freitag, 19. Oktober, 17-19h

Mehr als die Hälfte der Weltkonzerne verdankt ihre Existenz fossilen und nuklearen Energien und der industriellen Agarwirtschaft. Die Konzerne haben also ein existenzielles Interesse daran, einen ökologischen Systemwechsel zu verhindern. Politische Ökologie trifft deshalb ins Zentrum des Kapitalismus: Die Behinderung regenerativer Energien hängt stark mit ihrem Potenzial zusammen, eine dezentrale, konzernunabhängige Energieversorgung zu ermöglichen: Die Sonne scheint für alle.
Die fossilen Konzerne behindern nicht nur ökologische Technologien. Sie versuchen gleichzeitig, die wachsende Nachfrage nach gesunden und umweltgerechten Produkten nach ihren Regeln unter Kontrolle zu bekommen: Zum Beispiel durch Monokulturen für Biokraftstoffe, die Hunger verursachen und denen die letzten Urwälder geopfert werden.
Während die Konzerne längst die Macht- und Systemfrage gestellt haben, müssen wir es auch endlich tun: Das heißt für ein Wirtschaftssystem zu kämpfen, das erst ökologisches Wirtschaften ermöglicht. Wir fragen deshalb: Wie erreichen wir 100 % Ökolandwirtschaft und eine CO2-freie Energiewirtschaft? Genügt die Modernisierung des Kapitalismus? Brauchen wird stattdessen eine konzernfreie Marktwirtschaft oder vielmehr eine ökologische Planwirtschaft?

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren: Gabriela von Goerne, greenpeace; Bianca Borowski, BÖLW - Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft; Antônio Andrioli, Energiepflanzen, Brasilien; Erhard Ott, ver.di (angefr.); Jan Gerrit Tönnies, Patentanwalt; Roland Schaeffer, B90/Die Grünen; Chris Methmann, attac (angefr.); Moderation: Walter Oswalt, attac-wiss. Beirat.

7. Wie sozial kann Rechtsextremismus sein? / Samstag, 20. Oktober, 9-11h

Rechtsextremisten gerieren sich in Fraktionsstärke in den Landtagen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie in immer mehr Kommunalparlamenten als  die „wahren“ Vertreter der sozialen und wirtschaftlichen Interessen der „einfachen“ Leute in Deutschland. Sie grenzen sich dabei bewusst von allen demokratischen Parteien (einschließlich der Partei DIE LINKE) ab, die sie allesamt als „Systemparteien“ bezeichnen. Zumeist verdeckt, manchmal auch offenherzig erklären Vertreter rechtsextremistischer Parteien und Organisationen als ihr strategisches Ziel, das „System“ zu überwinden. Seit mehreren Jahren wird versucht, die soziale Frage in das Zentrum von Programmatik und Politik zu stellen. Was ist eigentlich „die soziale Frage“? Soziales Engagement von Rechtsextremisten – nur Demagogie oder falsche Antwortsuche auf reale Vorgänge in Wirtschaft und Gesellschaft? Wie antikapitalistisch sind Rechtsextremisten wirklich?

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren: Hermann Dworczak, Sozialforum Österreich, aus Wien; Prof. Dr. Hajo Funke, FU Berlin; Kerstin Köditz, MdL, Sachsen; Wolfram Hülsemann, Leiter des Mobilen Beratungsteams (MBT) Brandenburg; Martin Gilhoff, Vereinte Linke Lausitz; Gesa Köbberling, Opferperspektive e.V.;


8. Arbeitswelt und Menschenwürde / Samstag, 20. Oktober, 11.30-13.30h, Stadthalle

Die Gewerkschaften haben Forderungen nach menschenwürdigen Arbeitsverhältnissen, Einkommen zum Auskommen, Mindestlohn sowie Recht auf Ausbildungsplatz in das Bewusstsein der Menschen gerückt. Grund genug, diese elementaren Zielsetzungen auch auf dem zweiten Sozialforum in Deutschland zu behandeln und voran zu bringen. Selbst eine vom Bundesarbeitsministerium in Auftrag  gegebene Studie kommt zu dem Fazit: Lediglich 13 Prozent der Befragten haben Arbeitsplätze mit einem existenzsichernden Einkommen, mit Einfluss, Entwicklungschancen und einem akzeptablen Betriebsklima. Bei 84 Prozent sind die Einkommen zu niedrig oder die Belastungen zu hoch sowie Einfluss- und Entwicklungsoptionen zu gering.
Der Anteil von Frauen an den Geringverdienenden beträgt 69,6 Prozent. In manchen Stadtteilen bleiben ganze Hauptschulabgangsklassen ohne Ausbildungsplätze und Heerscharen von jungen Menschen verbringen Jahre in sog. Praktikumsverhältnissen.
Mit dem Argument Hauptsache Arbeit wird die Situation für alle Beschäftigten durch Entlassungen, Lohneinbußen, Arbeitszeitverlängerungen, Arbeitsverdichtungen oder Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse verschlechtert. Zu unterstützen sind dagegen alle Forderungen, die Sicherheit in der Unsicherheit anstreben wie Mindestlohn, eine Begrenzung der in einem Leben zu erbringenden Erwerbsjahre sowie gesicherte Bildungs- und Ausbildungsplätze. Nicht die Devise Hauptsache Arbeit, sondern das Kriterium gute Arbeit ist ins Blickfeld zu rücken.
Im Zentrum der Diskussion sollte stehen, welche Ansprüche an Arbeit, Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedingungen zu stellen sind und wie diese durchgesetzt werden können.

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern  diskutieren:
Bärbel Feltrini, Bundesvorstand IG Bauen-Agrar-Umwelt; Frank Bsirske, Vorsitzender ver.di; Hans-Jürgen Urban, Vorstand IG Metall. Moderation: Vera Morgenstern, ver.di Bundesverwaltung, und Marion Scheier, Vorsitzende DGB Region Südbrandenburg-Lausitz.

9. Mindestlöhne statt Armutslöhne in Europa / Sonntag, 21. Oktober, 9-11h, Audimax BTU

In 20 der 27 Staaten der Europäischen Union gibt es gesetzliche Mindestlöhne. In keinem dieser Länder wurden dadurch Arbeitsplätze vernichtet, wie hier zu Lande aus Kreisen der Wirtschaft und der ihr nahestehenden Medien und Wissenschaft immer wieder behauptet wird. Niedriglohnpolitik als Hebel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist gescheitert. Die Chancen von gering Qualifizierten haben sich entgegen den Behauptungen nicht verbessert.
Nach Berechnungen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung arbeiten gegenwärtig in Deutschland 3,6 Millionen Menschen im Niedriglohnsektor. Sie verdienen pro Stunde weniger als zwei Drittel des Brutto-Durchschnittslohns. Der Umwandlung von Arbeitsplätzen in Armutsjobs muss ein Riegel vorgeschoben werden. Die Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können. Wachsende Altersarmut gilt es zu verhindern. An Mindestlöhnen geht kein Weg vorbei: Kein Lohn unter 7,50 Euro pro Stunde.
Mit der Konferenz wollen wir einen Beitrag für gleiche Lebens- und Arbeitsverhältnisse in Europa leisten.

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren:
Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG und Gewerkschafter aus Polen, Tschechien und Österreich.

Dialog-Programm

Im Spannungsfeld: Soziale Bewegungen und politische Parteien Ein Dialog über Widersprüche und Gemeinsamkeiten / Samstag, 20. Oktober, 9-11h, Stadthalle

Im Streitgespräch: Otmar Schreiner, MdB, SPD; Oskar Lafontaine, MdB, Die Linke; N.N., MdB, Bündnis90/Die Grünen; Prof. Peter Grottian, Berliner Sozialforum; Peter Wahl, Attac; Moderation: Willi van Ooyen.
Veranstalter: Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di Bundesfrauenrat; Friedens- und Zukunftswerkstatt.